Zu dem Synagogenbrand in Langen wurden auch weniger prominente Personen vernommen. Hier drei Beispiele:
Georg Luley:
Am Tage des Synagogenbrandes, das genaue Datum kann ich heute nicht mehr angeben, arbeitete ich bei meiner Firma, Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt, in Frankfurt/Main. Als ich nach Beendigung meiner Arbeit gegen 13,00 Uhr nach Langen kam, hörte ich schon durch Gespräche am Bahnhof, dass am heutigen Tage die Synagoge in Brand gesteckt und Zerstörungen von Judenwohnungen vorgenommen worden seien. Ich selbst habe damit nichts gemein. Ich war, wie ich bereits oben erwähnte, den ganzen Tag über auf meiner Arbeitsstelle in Frankfurt/Main.
Im Lager Hersbruck, es wird im August 1945 gewesen sein, sagte mir der frühere Bürgermeister Göckel, der dort ebenfalls inhaftiert war, bei einem Gespräch, dass ich und der Peter Sehring morgen vernommen werden sollten und wir Beiden der Brandlegung bezw. Zerstörung der Synagoge beschuldigt wären. Des weiteren sagte er, lasst Euch das nicht anhängen, Umbach hat am Telefon zugehört, wie Barth den Befehl an Ludwig Schwinn gegeben hat mit folgenden Worten: "Ludwig, Du hast die Ehre, die Synagoge anzustecken." Am anderen Tage wurde ich von der dortigen C.T.C. vernommen und habe dort dieselben Aussagen gemacht.
Des weiteren möchte ich noch folgende Aussage machen: Der Ortsgruppenleiter Barth sagte offen in der nächsten Parteimitgliederversammlung, der ich selbst beiwohnte: "Langen ist judenfrei." Dies ist die reine Wahrheit, weitere Angaben kann ich in obiger Sache nicht machen.Philipp Trautmann (Datum vermutlich wie oben):
Mit der Brandlegung bezw. Zerstörung der Synagoge habe ich nichts zu tun. An dem Tage des Synagogenbrandes hatte ich Dienst in Frankfurt/Main, Postamt 10 Frankfurt/Main-Süd. Gegen 21.00 - 22.00 Uhr kehrte ich an dem Tage nach Langen zurück. Dort hörte ich von meiner Frau über die Brandlegung der Synagoge. Angaben, wer die Brandlegung bezw. Zerstörung getätigt haben, kann ich nicht machen. Des weiteren habe ich mich dafür auch später nicht interessiert, da ich keinerlei parteilichen Dienst mehr gemacht habe.
Die Aussagen des Peter Schmidt vom 8.4.46 wurden mir vorgelesen. Die Aussagen, die meine Person betreffen, muss ich als unwahr zurückweisen. Einen Grund, warum Peter Schmidt mich beschuldigt kann ich nicht angeben. Des weiteren verbleibe ich bei meinen Aussagen, weil sie der Wahrheit entsprechen.
Als Zeugen, dass ich am Tage des Synagogenbrandes in Frankfurt/Main gearbeitet habe, benenne ich den jetzigen Behördenangestellten Pförtner, der seinerzeit am Paketannahmeschalter war und mit dem ich persönlich zwischen 19.00 und 11.00 Uhr gesprochen habe.Zu dem am 14.8.47 festgelegten Schriftsatz betreffs des Synagogenbrandes in Langen bitte ich noch folgenden Satz nachzutragen:
Ausserdem bitte ich alle am Synagogenbrand beteiligten Angeklagten und den ehemaligen Ortsgruppenleiter Barth eidlich zu vernehmen, ob ich irgendwie am Synagogenbrand beteiligt gewesen bin, oder ob mich einer an der Brandstätte gesehen hat.Rudolf Pförtner:
In Erwiderung auf die Aussage Luleys hat Heinrich Göckel später einen Nachtrag verfasst, das Datum ist nicht angegeben:
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